Lukas & Pia

9. September 2014

Lukas
 hat blaue Augen mit grünen Nuancen, wie das Meer auf dem seine Heimatinsel liegt.
Pia 
hat vermutlich helle, blau-graue Augen, auf jeden Fall sehr blonde Haare. Beide machen ihr FSJ in der Jugend- bildungsstätte der deutschen Minderheit in Dänemark auf dem Knivsberg.Wir essen in der Abendsonne alte Lasagne aus der Großküche. Dann wollen sie mir etwas zeigen und wir fahren nach Caljo. Eine winzige Insel, die wir im Abendlicht einmal umlaufen, was sehr schön ist, idyllisch. Anschließend sitzen wir in der eher dunklen Küche und beginnen über Licht zu reden. Das erste was Pia dazu einfällt ist die Dunkelheit im Keller. Das Unwohlsein trotz Kunstlicht, so dass sie nur zusammen mit Blanca, der dritten FSJlerin in den Keller geht. Pia erzählt das sehr bewegt und Lukas lacht. Mehr fällt ihr dann erstmal nicht ein, sagt sie, und dann reden wir doch noch eine ganze Menge. Zum Beispiel über Photonenkanonen und Laserschwerter. Da Lukas eine dreistündige Science-Fiction-Doku über die Star-Wars-waffen und ihre Übertragbarkeit in die wirkliche Welt gesehen hat, kann er uns aufklären: Laserschwerter sind in naher Zukunft leider noch nicht realisierbar. Das Licht bräuchte, um so energiereich gebündelt zu werden, einen Endpunkt. Lichtpistolen, die in kurzen Stößen Licht abgeben, wären schon eher möglich.
Lukas merkt außerdem an, dass irgendwie ja am Anfang der Welt Licht war und dass sie recht wahrscheinlich auch im Licht untergehen wird, wenn die Sonne implodiert.
Wir kommen auch auf die Bedeutung von Licht und Gesundheit zu sprechen.Auf Bilder von lange im Dunkeln eingesperrten Menschen und auf Manipulation durch Licht. Pia beschreibt die klassische Tatort-Szene, bei der demVerdächtigen imVerhör ins Gesicht geleuchtet wird.Auch ich meine,dass zu viel Licht auf Dauer Nerven und Gesundheit schädigt, zum Beispiel wird der Schlafrhythmus beeinträchtigt.Also kann ein zu wenig, wie auch ein zu viel an Licht schädlich sein.

piaundlukastag13

Lukas erzählt, wie unspektakulär Sonnenuntergänge für ihn sind, oder eher wie alltäglich. Er ist auf der Insel Amrum großgeworden und einfach unzählige Male, fast täglich, das Auf- und Untergehen der Sonne am Horizont sehen können. In der Stadt ist das anders. Für mich und viele andere ist dieses Natürliche außergewöhnlich und auf besondere Weise sehenswert.Das Gespräch klingt aus, in dem wir die Bedeutung von Licht in der Sprache erforschen und uns gegenseitig Bespiele aufzählen. Ein Licht aufgehen und einleuchtend, eine Erleuchtung haben, ausstrahlen, leuchtende Augen …

Heiko hat hellbraun-grüne Augen, die sich bestimmt über die Jahre farblich verändert haben. Er greift den Gedanken vom Licht in der Sprache auf spezielle Weise auf. Nach dem er mir lange zugehört und Fragen zu meiner Reise gestellt hat, ist ihm wichtig zu betonen, wie die Geschichte vom Knivsberg historisch ein Wechsel von Licht und Schatten ist. Und dass er in seiner Arbeit auch merkt, dass, auch wenn heute das Zusammenleben von Dänen und Deutschen friedlich sogar beispielhaft ist, es wichtig ist Licht ins Dunkel der Vergangenheit zu bringen. Dinge, die vor mehreren Jahrzehnten unter den Teppich gekehrt worden sind, ans Licht zu bringen und aufzuarbeiten. Er betont immer wieder nachdrücklich die Licht- und Schattenseiten oder -zeiten dieses historischen Ortes.

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