Klaus & Nicolai

9. September 2014

Klaus und Nicolai
 bewohnen mit mir für eine Nacht den Naturzeltplatz. Ich weiß nicht, welche Farbe ihre Augen haben, es war dunkel. Ich denke Nicolais Augen sind hell. Die beiden könnten wohl kaum unterschiedlicher sein.Was sie zusammenbringt ist die Armee. Klaus interessiert sich hauptsächlich für Frauen und eben die Armee. Nicolai spielt Klavier und Gitarre und findet Gefallen an Kunst. Die beiden und ihre Namen sind zusammen schon lustig eigenartig. Sie erzählen viel von Drills und Challenges, die sie zusammen gemacht haben. Sie sind sich einig, dass wenn es zur direkten Auseinandersetzung kommt, Politik oder Feindbilder keine Rolle spielen, sondern alles was zählt ist, seinen Kameraden zu schützen. Sie sehen es als Abenteuer, als erlebtes Spiel, was sie bei der Armee machen.
Nicolai ist mit 17, nachdem er „Into the wild“ gesehen hat einmal ganz durch Jütland gelaufen. Ganz allein. Sein Lebensziel ist es, anderen Menschen zu helfen.
Wir sitzen lange am Lagerfeuer und reden. Es ist mein erstes Lagerfeuer in diesem Jahr und es fühlt sich hier in Dänemark gewöhnlicher an. Als würde es zum Sommer dazugehören. Lagerfeuer löst irgendwie ein tiefliegendes Gefühl vonVertrautheit in mir aus,vielleicht wirklich von Urvorfahren geprägt,vielleicht auch nur durch die, die ich als Kind mit meiner Familie erlebte. Die Lebendigkeit des Feuers beeinflusst auch die Stimmung des Gesprächs.Wenn das Feuer abnimmt, lahmt auch das Gespräch.
Vom glühenden Feuer weg ins Dunkel zum Zelt zu laufen ist ein seltsames Gefühl. Dass ich am nächsten Morgen allein auf dem Zeltplatz bin, auch.
Vom nächsten Lagerfeuer einer größeren Gruppe von Jungen halte ich mich eher fern, weil ich mich nach einem gesprächslosen Tag fühle. Dennoch verstärkt es den Gedanken, dass es hier wirklich normaler ist Feuer zu machen und draußen zu schlafen.

nikolai+klaustag15

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