Jens Ole


9. September 2014

Als ich sehr erschöpft bei Jens Ole und Tine ankomme habe ich Sonnenbrand auf einem Augenlid, vom Mittagsschlaf draußen. Ich fühle mich an Mohi und Tina erinnert, Sie haben blaue Augen und ein ganz weißes Haus, von innen wie von außen. Es wirkt einladend.
Wir sitzen in der Abendsonne auf der Terrasse und essen gemeinsam mit Mads und Jacob vom Filmmaskinen-Team. Mads erzählt zum Thema Licht, dass er vor kurzem aus Spanien wieder nach Hause kam. In Spanien war es fast dunkel als er gegen 8 Uhr abends losflog und als er später in Dänemark landete war es immer noch hell. Und überhaupt, sagt er, wird es nie ganz dunkel, vielmehr verharre die ganze Nacht in der blauen Stunde, in der alle Dinge sich in schwarzen Silhouetten vor dem blauen Nachthimmel abheben.
Das ist schön.
Am nächsten Tag geht es beim Treffen von Filmmaskinen um das Thema Licht. Jens Ole sagt Filmen ist Sculpturing Light, Bildhauen mit Licht. Filmmaskinen ist ein Projekt für Jugendliche in Frederikshavn bei dem kleine Gruppen innerhalb eines Jahres von der Idee bis zur Projektion einen eigenen Film machen. Bei dem Workshop zum Thema Licht wird viel geredet auf Dänisch, wovon ich nur wenig verstehe. Dann wird Technik ausgepackt und eine Menge Dinge werden aufgebaut. Unter anderem ein großer Strahler, der in bis zu fünf Metern Höhe installiert werden kann und die Sonne simulieren soll. Die unterschiedlichen Farben des Lichts sind spannend, wie sie in einem dunklen Raum wirken fasziniert. Das „Sonnenlicht“ wirkt authentisch, irritiert in dem geschlossenen Raum aber. Es werden Filter demonstriert, die vor die Lampen gespannt, das Licht und die Schatten weicher machen oder unterschiedliche Farbstimmungen erzeugen können.
Zuletzt wird ein Portrait in Szene gesetzt.Am besten ist das Licht, wenn es etwas hinter dem Darsteller von oben kommt und dann von weniger starken Lichtquellen von vorn sowie Reflektoren ergänzt wird.
Es ist sehr aufwendig und beeindruckend, wie viel das Licht schaffen und auch manipulieren kann. Ich lerne einiges, dennoch fehlt mir an den beiden Workshoptagen etwas: das Sonnenlicht, an das ich mich in den letzten Wochen sehr gewöhnt habe.Jens Ole
 erzählt von der Entwicklung der Stadt. Früher war Frederikshavn ausschließlich eine Hafenstadt. Dann grün- dete sich eine Firma zur Herstellung von Seilen und wurde schnell erfolgreich. Später stellte die gleiche Firma auch zusätzlich Kabel und Lampen her. Eine weitere Firma in der Stadt hat sich auf Eventbeleuchtung spezialisiert und Licht für Michael Jackson Shows und das Wembley Stadion in London gemacht. Des Weite- ren gibt es eine Schule für Event-Engineering, die auch zum Thema Licht ausbildet.
Ich treffe Tove. Sie hat von 2004 bis 2008 dreimal das Lichtfestival in Frederikshavn veranstaltet. Im ersten Jahr gestalteten Studenten Lichtinstallationen für verschiedene Gebäude der Stadt. Im zweiten Jahr kamen Designer aus aller Welt, die gemeinsam mit Studenten Installationen schufen. Im letzten Jahr arbeiteten ver- schiedene Künstler in Frederikshavn, Saeby und Skagen für das Lichtfestival. Es wurde die Gruppe Lightvisi- ons gegründet und Nordjütland zu einem Treffpunkt für Experten zum Thema Licht erklärt und Frederiks- havn wurde zur Stadt es Lichts. Doch die Wirtschaftskrise beendete die Pläne. Seit 2008 gab es kein Festival mehr.WennTove von den vergangenenVeranstaltungen erzählt,ist sie sehr begeistert und stolz.Für sie hat das Festival vor allem viele Menschen zusammengebracht. Ein bisschen liebäugelt sie mit dem Gedanken mit einem Boot im Hafen wieder klein anzufangen, mit ein paar Studenten, vielleicht schon diesen Winter.
Ihre liebste Installation waren die kleinen, roten Fischerhütten am Hafen, angestrahlt von warmem Licht, sich im Wasser spiegelnd. Die Lichter sollten Guiding Lights sein, damit die Fischer nach Hause finden.
kristine+heddatag29
In Tolne, meinem letzten Halt vor Skagen, sammle ich helle Momente und beginne wieder mit Licht zu malen, zu fotografieren. Ich gehe viel spazieren und sehe mehrere Male fast den Sonnenaufgang um vier.
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